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Griechisch-Exkursionen

Wer Griechisch lernt, sollte wenigstens einmal während seiner Schulzeit die Gelegenheit haben, in den einst griechisch besiedelten Kulturraum zu reisen. Deshalb finden am THG regelmäßig entsprechende Fachexkursionen statt.

2005

pict0002Im Jahr 2005 etwa fuhr eine Gruppe mit dem Zug nach Süditalien und quartierte sich auf einem Campingplatz in der Nähe von Sorrent ein. Von dort aus besichtigte sie nicht nur die – griechischen – Tempel und Grabmalereien in Paestum, sondern erstieg auch den Vesuv und besuchte einige Städte, die durch den Ausbruch des Vulkans 79 n. Chr. verschüttet wurden.

Auch das Nationalmuseum in Neapel sowie die Tuffsteingänge, die sich unter dieser süditalienischen Stadt hinziehen, wurden besichtigt. Einer der Höhepunkte der Exkursion war eine Wanderung auf der Insel Capri, auf der sich die Überreste der Villa des Tiberius befinden.

2008

Im Frühjahr 2008 reisten die „Griechen“ per Bus und Fähre nach Griechenland. Noch bei Schnee und Eis fuhren sie über den Fernpass und schifften sich dann in Ancona ein. Knapp einen Tag später betraten sie in Patras griechischen Boden. Nach Besichtigungen in Nafpaktos und Galaxidi bezog man das erste Nachtquartier in Delphi, wo anderntags die Ausgrabungen und das Museum besucht wurden, ehe die Fahrt über Hosios Loukas nach Athen weiterging. Dort standen unter anderem die Akropolis und das Nationalmuseum auf dem Programm; eine abendliche Fahrt zum Tempelbezirk auf Kap Sounion endete mit einer nächtlichen Zaunübersteigung einiger Mutiger, weil das Gelände offiziell schon geschlossen war...

p3040051Anderntags ging es wieder aufs Schiff: Von Piräus aus setzte die Gruppe auf die Insel Ägina über, wo die Überreste des Apollontempels, das archäologische Museum, der Aphaiatempel und ein Kloster besichtigt wurden. Trotz dieses reichhaltigen Programms schafften es einige Mutige außerdem, den Aufenthalt auf der Insel zu einem Bad im märzkalten Mittelmeer zu nutzen, obwohl doch anderntags ein schöner Badestrand gleich beim nächsten Nachtquartier in Tolo zur Verfügung stand. Allerdings erst, nachdem das Tagesprogramm absolviert war: Außer Korinth mit Ausgrabungsgelände, Museum und Kanal wurde auch Epidauros besichtigt, wo sich neben dem bekannten Asklepiosheiligtum eines der am besten erhaltenen antiken Theater befindet. Zyklopische Mauern in Tiryns und Mykene sowie Ausgrabung und Museum in Argos und ein Aufenthalt im malerischen Nafplio standen nach der Nacht in Tolo auf dem Programm. Der letzte Tag des Griechenlandaufenthaltes war Olympia gewidmet: Das Museum für den olympischen Sport sowie das archäologische Museum stellten zwei Höhepunkte dieser Reise dar, und ein Sprint von den antiken Startblöcken im Stadion aus muss einfach sein, wenn man an dieser geschichtsträchtigen Stätte weilt. Von Olympia aus ging es dann zurück nach Patras und auf die Fähre, die die Gruppe wieder nach Italien brachte.

2010

Die Exkursionsteilnehmer im Herbst 2010 erreichten Griechenland auf dem Luftweg: Von Stuttgart aus flog man, mit Zwischenstopp in Thessaloniki, nach Athen, das für den größten Teil der Reise das Standquartier der Gruppe blieb. Der erste Abendbummel führte Richtung Plaka; den Turm der Winde und die Akropolis besichtigte man zunächst nur aus der Ferne und bei Scheinwerferlicht.

athen akropolis niketempelAnderntags gab es erst eine kleine Stadtrundfahrt, ehe man sich zur Besichtigung der Bauten auf der und um die Akropolis aufmachte – der frisch restaurierte Niketempel begeisterte dabei besonders, ebenfalls das neue Akropolismuseum, in dem man Kunstwerke fast auf Augenhöhe sehen kann, die dem Touristen bislang weit entrückt schienen. Es folgte ein Besuch des Dionysostheaters und des Lysikratesmonuments sowie ein Gang über die Agora. Was man tags zuvor nur in künstlichem Licht zu sehen bekommen hatte, war nun unter einem strahlend blauen Himmel zu besichtigen. Allerdings zeigten sich bei den ersten Teilnehmern schon Erschöpfungserscheinungen, so dass nur noch ein kleines Häuflein Aufrechter sich auf den Weg zum Syntagmaplatz machte, um das Spektakel der Wachablösung zu verfolgen. Ungeplant gerieten diese so in eine Nachrichtensendung des griechischen Fernsehens, denn von der Wachablösung war zwar nicht viel zu sehen, dafür aber um so mehr von einer Demonstration der griechischen Fernfahrer, die ihre limitierten Konzessionen nicht verlieren wollten...

Am nächsten Tag ging es, natürlich mit der obligatorischen Pause am Kanal von Korinth, weiter nach Epidauros. Hier war besonders das inzwischen zugängliche Abaton des Asklepiosheiligtums interessant. Auch die Rekonstruktion der Tholos und des Stadions hatte Fortschritte gemacht, eine Gesangseinlage im Theater wurde heftig beklatscht und wie fast überall auf dieser Reise wurde die obligatorische Vesperpause auf dem Parkplatz eingelegt, die regelmäßig interessierte Hunde anzog. Über Nafplio ging es weiter nach Mykene, übernachtet wurde in Olympia. Nach dem Besuch des archäologischen Museums und des Ausgrabungsgeländes fuhr man anderntags weiter nach Patras, wo nicht nur die riesige neobyzantinische Kirche Hagios Andreas besichtigt wurde, sondern manche Leute die Zeit auch nutzten, wenigstens kurz ins salzige Wasser zu steigen. Die freundlichen Fischer um den Leuchtturm von Patras versicherten allerdings glaubhaft, dass hier kein guter Badeplatz sei.

patras buben am wasserDie Rückfahrt von Patras nach Athen erlaubte noch einen Blick auf Akrokorinth und eine weitere außerplanmäßige Vesperpause. Am nächsten Tag ging es weiter nach Delphi, das unter so sonnigem Himmel lag, dass man erst einen Schwapp Trinkwasser opfern musste, um eine Inschrift, die ein Digamma – einen „ausgestorbenen“ griechischen Buchstaben - enthielt, einigermaßen sichtbar zu machen, und anschließend am kastalischen Quell längere Zeit in der Schlange stand, weil die Wasserflaschen wieder gefüllt werden mussten. Nachdem dann fast alle sich von der Benutzbarkeit eines unterirdischen Ganges unter dem Apollontempel überzeugt hatten, stieg man bis zum Stadion empor und besuchte anschließend das Museum mit dem berühmten Wagenlenker von Delphi, den Statuen der starken Jünglinge Kleobis und Biton und dem Nabel der Welt. Die letzte Nacht in Athen war sehr kurz. Zwecks Transfer zum Flughafen musste die Gruppe schon um drei Uhr aufstehen, was viele dazu bewog, gar nicht erst schlafen zu gehen und die verlorene Nachtruhe später auf dem Flughafen nachzuholen. Pünktlich zur Abreise schlug das Wetter um und bei Regen und Wind flogen die Exkursionsteilnehmer wieder zurück nach Stuttgart.

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