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Latein Schnupperkurs

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Erinnern Sie sich noch? Schon auf der Seite Subjekt und Prädikat war von den Satzgliedern die Rede.

Insgesamt gibt es nur fünf Elemente, die Sie - außer Bindewörtern wie "und" - in lateinischen und deutschen Sätzen vorfinden können.

Das wichtigste ist das Prädikat. Es sagt aus, was geschieht, und besteht entweder aus einer finiten (d. h. mit Personalendung versehenen) Form eines Vollverbs oder aus einer finiten Form eines Hilfsverbs plus Prädikatsnomen.

Beispiel:
ambulat (Vollverb mit Personalendg. für 3. Pers. Sing.)
magnus est (Prädikatsnomen + Hilfsverb mit Personalendung für 3. Pers. Sing.)

Einen Satz ohne Prädikat kann es nicht geben. Das Prädikat ist grammatisch notwendig.

Ebenfalls grammatisch notwendig ist das Subjekt. Es antwortet auf die Frage: Wer oder was tut etwas? Es kann z. B. aus einem Nomen bestehen, also einem deklinierbaren Wort im Nominativ, oder es kann - nur im Lateinischen!!! - in der Personalendung des Prädikats enthalten sein, oder es kann gar aus einem ganzen Nebensatz bestehen. Ein deutsches Bsp.: Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein.

Häufig erfordert das Prädikat ein oder mehrere Objekte. Diese können in unterschiedlichen Kasus (Fällen) stehen, wobei Akkusativ und Dativ weitaus am häufigsten vorkommen, und antworten auf die Fragen Wen oder was betrifft die Handlung, wem oder was passiert etwas? Sie können, fast wie das Subjekt, aus einem Nomen oder einem Nebensatz bestehen.

Beispiel:
Die Herrin ruft den Diener. (Nomen im Akk.)
Die Herrin isst, was sie will. (Nebensatz als Objekt)

Ferner gibt es noch zwei nicht grammatisch notwendige Elemente. Sie dienen zur näheren inhaltlichen Bestimmung oder Beschreibung der notwendigen Satzglieder, können aber aus dem Satz entfernt werden, ohne dass dieser grammatisch unvollständig würde (Weglassprobe).

Beispiel:
Domina magna cenat.

Sie können das Wort "magna" entfernen, also ist es grammatisch nicht notwendig. Nun müssen Sie feststellen, ob "magna" das Subjekt oder das Prädikat näher bestimmt.

Man kann fragen: "Was für eine/ welche Herrin speist?" Antwort: "Die große Herrin speist." Also wird hier das Subjekt näher bestimmt.

Satzelemente, die auf die Frage "Was für ein/Welches Subjekt oder Objekt tut etwas bzw. ist von der Handlung betroffen?" antworten, nennt man Attribute. Sie können z. B., wie hier, aus einem Adjektiv (Eigenschaftswort) bestehen, aber auch aus sehr vielen anderen Konstruktionen. Etwa: die Herrin im Haus, die Herrin des Dieners, die Herrin, die gerade speist, ...

Beispiel:
Domina ad villam ambulat.

"Ad villam" kann man weglassen, es ist grammatisch nicht notwendig. Hier wird aber nicht das Subjekt, sondern das Prädikat näher bestimmt.

Man kann fragen: "Wohin spaziert die Herrin?" Antwort: "Sie spaziert zum Landhaus."

Weil das Prädikat ja immer eine Verbform enthält, nennt man nähere Bestimmungen zum Prädikat Adverbiale Bestimmungen. Natürlich kann man nicht immer die Frage "Wohin...?" stellen. Ein ganzer Katalog steht hier zur Verfügung: "Wo, wohin, wann, warum, wieso, weshalb, wie, woher, seit wann, mit welchen Mitteln... passiert es?"

Nach dieser Schnupperrunde haben Sie etwas Erholung verdient. Viel Vergnügen, wie auch immer Sie sich jetzt entspannen!

Finis
finis

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